Private Unfallversicherung

Das wichtigste in Kürze
Eine private Unfallversicherung gehört auch bei vorhandener Absicherung einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Absicherungen
Besonders wichtig ist eine private Unfallversicherung für Kinder, da diese sich nur schwer bis gar nicht anderweitig absichern können
Die Höhe der gewählten Versicherungssumme sollte ausreichend bemessen sein
Die Unterschiede zwischen einzelnen Anbieter liegen im Detail und können im Schadenfall mal schnell mehrere Zehntausend Euro Unterschied ausmachen

Wer braucht eine private Unfallversicherung

Nach einem Sturz vom Fahrrad ist die Hand gebrochen oder beim Fußball reißt Dir Dein Kreuzband? Beides wird in der Regel keine nachhaltigeren Folgen für Dein Leben haben. Aber was ist, wenn es mal ein wenig schlimmer kommt? Gerade für ältere Menschen sind Stürze oft gleichbedeutend mit anschließend massiven Einschränkungen im Alltag. So muss im schlimmsten Fall das ganze Haus behindertengerecht umgebaut werden. Um sich vor den finanziellen Folgen eines Unfalls zu schützen, gehört eine private Unfallversicherung zu einer kompletten Vorsorgestrategie einfach dazu. Je nach Lebensphase sollte der Schutz jedoch individuell angepasst werden. Grundsätzlich unterscheiden wir dabei in die drei folgenden Gruppen:

Kinder

Gerade kleinere Kinder können die Folgen ihrer Handlungen noch nicht so abschätzen wie wir Erwachsene das tun. Spielerisch wird die Welt erkundet und nicht selten passiert auch mal was. Die meisten Unfälle sind dabei gottseidank auch schnell wieder ausgeheilt und das Leben geht ganz normal weiter. Aber was passiert, wenn es doch mal schlimmer kommt? Die gesetzliche Unfallversicherung leistet dabei nur in wenigen Ausnahmesituationen wie z.B. im Kindergarten, der Schulde oder auf dem direkten Hin- und Rückweg. Wenn Du näheres zum Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung erfahren möchtest, findest Du dies unter dem entsprechenden Punkt auf unserer Webseite. Haben Kinder also durch einen Unfall größere Einschränkungen im zukünftigen Leben und dadurch weniger Chancen am Arbeitsmarkt oder zusätzliche Kosten wir eine behindertengerechte Ausstattung, greift eine private Unfallversicherung und schützt Dich vor den finanziellen Folgen. Dabei ist zu beachten, dass gerade Kinder noch viele Lebensjahre vor sich haben. Die gewählte Versicherungssumme und abgesicherte Unfallrente sollte also im Idealfall entsprechend hoch gewählt werden. Immer wieder stoßen wir in unseren Beratungen auf Verträge welche hier eine Maximalleistung von 100.000 Euro vorsehen. Das hört sich im ersten Moment zwar nach viel an, muss aber eben im schlimmsten Fall für den Rest des Lebens reichen. Wie die Berechnung einer passenden Versicherungssumme aussehen könnte, erfährst Du weiter unten im Beitrag.

Berufstätige Erwachsene

Für berufstätige sollte hingegen der erste Gedanke immer an eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehen. Sie leistet nicht nur im Falle eines Unfalls, sondern auch bei Krankheit. Hast Du aber aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen nicht die Chance einer Absicherung für den Fall einer Berufsunfähigkeit, so ist eine private Unfallversicherung zumindest in Teilbereichen eine wichtige Absicherung. Sie schützt Dich vor den finanziellen Folgen eines Unfalls und kann gleichzeitig über den Einschluss einer Unfallrente einen finanziellen Ausgleich für eventuelle Einkommensverluste geben.

Rentner

Bei Rentnern sind es gleich mehrere Punkte welche für den Abschluss einer privaten Unfallversicherung sprechen. Der aus meiner Sicht wichtigste Punkt ist jedoch der schlechtere Heilverlauf nach einem Unfall. Umso älter Du wirst, umso schlechter läuft in aller Regel auch die Genesung. Anders als bei einem Jugendlichen, ist ein Sturz nicht selten auch mit erheblichen Einschränkungen im Alltag verbunden. Zwar musst Du hier keine Einkommensverluste mehr absichern (Deine Rente wird Dir in jedem Fall weitergezahlt), aber es entstehen unter Umständen zusätzliche Kosten für die Anpassung und den Umbau Deines Wohnraumes. Der Einbau eines Treppenliftes oder der behindertengerechte Umbau Deines Bades kann mit hohen Kosten verbunden sein. Und genau diese Kosten, kannst Du über eine private Unfallversicherung leicht und vor allem günstig absichern. Da im Gegensatz zu Berufstätigen oder Kindern keine Einkommensbestandteile mehr abgesichert werden müssen, reicht aus unserer Sicht auch eine kleinere Versicherungssumme aus um Dich voll und ganz abzusichern. Gerade für alleinstehende Rentner kann darüber hinaus auch der Einschluss eines Alltagsmanagers von Interesse sein. Näheres hierzu findest Du im weiteren Text.

Wann zahlt die private Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung zahlt immer dann, wenn nach einem Unfall eine körperliche Beeinträchtigung, die sogenannte Invalidität, dauerhaft vorliegt. Als Dauerhaft gilt eine Beeinträchtigung regelmäßig dann, sofern diese für voraussichtlich länger als 3 Jahre besteht und keine Besserung zu erwarten ist. Die private Unfallversicherung zahlt jedoch nur dann, wenn die oben beschriebene Invalidität durch einen Unfall entstanden ist. Um Dir hier eine kleine Abgrenzung zur Krankheit zu geben nutzt die Versicherungsbranche immer die Definition P-A-U-K-E

P          Plötzlich
A          von außen
U         unerwartet
K          auf den Körper
E          einwirkendes Ereignis

Eine Krankheit wie z.B. Krebs ist also nach dieser Definition nicht abgedeckt denn diese kommt ja nicht von außen, sondern von innen.

Aber lass uns mal auf die konkrete Leistung aus einer privaten Unfallversicherung schauen. Wie berechnet sich diese eigentlich und wie ist die konkrete Vorgehensweise nach einem Unfall?

Schritt 1:
Du musst den Unfall erstmal zeitnah bei uns melden. Zeitnah bedeutet hier i.d.R. innerhalb von vier Wochen. Aber aufgepasst, hier gibt es auch Versicherungen welche eine deutlich kürzere Zeitspanne zu Meldung eines Schadens vorsehen. Die im Bedingungswerk genannte Frist solltest Du auf keinen Fall verpassen, da ansonsten kein Anspruch auf Leistung besteht. Bei Deinem Anruf nehmen wir dann gemeinsam den Unfallhergang mit allem wichtigen drum herum auf und leiten die Unfallanzeige für Dich an den Versicherer weiter.

Schritt 2:
Im Anschluss beginnt für Dich erstmal die Zeit einer eventuellen Reha oder ähnlichem. Ein konkreter Anspruch auf Feststellung und Auszahlung einer Invaliditätsleistung kann je nach Bedingungswerk erst nach 12 bzw. 15 Monaten gestellt werden. Aber keine Sorge, wir legen uns Deinen Fall für Dich auf Wiedervorlage und melden uns automatisch bei Dir um gemeinsam Deine Ansprüche zu prüfen

Schritt 3:
Im dritten Schritt besprechen wir dann ob es Sinn macht, einen Anspruch an die Versicherung zu stellen. Ist eine dauerhafte Invalidität vorhanden, genügt zur offiziellen Geltendmachung erstmal ein Befund Deines behandelnden Arztes welchen wir beim Versicherer für Dich einreichen.

Schritt 4:
Der Versicherer prüft den Befund und schickt Dich ggf. nochmals zu einem unabhängigen Gutachter welcher Dich umfangreich untersucht und in seinem Gutachten die Höhe der Invalidität festlegt. Die tatsächliche Höhe wird dann aus der Kombination dieses Gutachtens und Deiner im Vertrag hinterlegten Gliedertaxe, der Versicherungssumme und Progression errechnet. Eine konkrete Berechnung Deiner Invalidität könnte dabei wie folgt aussehen:

Musterbeispiel:

Kunde mit einer Versicherungssumme von 100.000 Euro und einer Progression von 500 % verliert das durch einen Unfall das Licht auf einem Auge. In der hinterlegten Gliedertaxe ist hierfür eine Invalidität von 55% vorgesehen. Die genaue Erstattung berechnet sich also so:

Grundrechenschema:

Wählt man jedoch eine andere Progression, variieren vor allem die Angaben in der Spalte „51 bis 100 %“. Bei 350% Progression wäre hier nur eine Leistung pro Prozentpunkt von 5% also 5.000 Euro pro Punkt fällig. Am Markt gibt es die unterschiedlichsten Progressionsstufen und es macht Sinn, sich diese vorab genau anzuschauen.

Berechnung des konkreten Falls:

Der Kunde bekommt also im konkreten Beispiel eine Leistung in Höhe von 140.000 Euro ausgezahlt.

Welche Zusatzleistungen gibt es?

Unfallrente

Schließt Du eine Unfallrente in Deinen Vertrag mit ein, so dient diese vor allem dazu eventuelle Einkommensverluste in Folge eines Unfalls auszugleichen. Der Einschluss ist besonders wichtig, wenn Du keine Berufsunfähigkeitsrente hast bzw. keine bekommst oder Du Kinder im Vertrag mit absichern möchtest. Kinder bekommen keine Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit und haben so eine Möglichkeit für den schlimmsten Fall vorzusorgen. Je nach Vereinbarung greift eine Unfallrente z.B. ab einer Invalidität von 50 Prozent und wird zusätzlich zur Einmalzahlung monatlich bis ans Lebensende gezahlt.

Todesfallsumme

Nicht so wichtig ist die Höhe der vereinbarten Todesfallsumme, greift Sie doch nur bei Tod durch Unfall. Hier empfehlen wir bei entsprechendem Bedarf immer den Abschluss einer Risikolebensversicherung. Diese greift im Todesfall (fast) immer und kostet nicht die Welt. Trotzdem ist der Einschluss einer zumindest geringen Todesfallsumme auch in der privaten Unfallversicherung durchaus auch von Vorteil. Im Rahmen der vereinbarten Höhe kannst Du im Falle eines Unfalls nämlich einen Vorschuss auf die später zu erwartende Invaliditätsleistung erhalten ohne die oben beschriebene Wartezeit zu haben.

Sofortleistung

In all unseren Tarifen ist die Sofortleistung bei Knochenbrüchen ein toller Zusatzbaustein. Wie der Name schon sagt, bekommt man bei vielen Knochenbrüchen eine Sofortleistung in Höhe von 5 bzw. 10 Prozent der Grundsumme ausgezahlt. Brichst Du oder Dein Kind Dir zum Beispiel den beim Sport den Unterarm oder das Schienbein, wird daraus in aller Regel keine dauerhafte Invalidität entstehen und die private Unfallversicherung müsste nichts leisten. Über die Sofortleistung bekommst Du aber trotzdem eine Auszahlung. So ist Dein Beitrag für die nächsten 20 Jahre schon mal bezahlt und Du hast für die Zeit den Versicherungsschutz praktisch kostenlos. Vor allem für Kinder finden wir das eine sehr gute Geschichte zumal die Sofortleistung im Vertrag kostenlos einfach mitversichert ist.

Krankenhaustagegeld

Liegst Du nach einem Unfall im Krankenhaus, wird Dir pro Tag der vereinbarte Satz Krankenhaustagegeld ausgezahlt. Hast Du z.B. 20 Euro in Deinem Vertrag hinterlegt und liegst sieben Tage im Krankenhaus, bekommst Du 140 Euro ausgezahlt. Ich selbst bin kein allzu großer Freund eines Krankenhaustagegeldes. Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus heutzutage liegt bei wenigen Tagen und somit wird Dir eine Auszahlung keine großen finanziellen Vorteile bringen. Ich bin ein großer Freund davon nur die Dinge abzusichern, welche Existenzgefährdend sind. Die einzige Ausnahme mache ich hier bei Selbständigen welche aus gesundheitlichen Gründen keine Absicherung zur Berufsunfähigkeits- oder Tagegeldversicherung bekommen. In diesem Fall kannst Du einen drohenden Einkommensverlust zumindest für den Fall eines unfallbedingten Krankenhausaufenthaltes absichern.

Rehamanager

Gerade bei einem schweren Unfall, ist es von großer Wichtigkeit wer Dich behandelt, operiert bzw. therapiert. Mit dem Einschluss eines Rehemanagers in Deine private Unfallversicherung, bist Du vom ersten Tag an in den besten Händen. Wir helfen Dir bei der Wahl eines speziellen Unfallkrankenhauses, eines Facharztes und der bestmöglichen Therapie. Dazu sind unsere Spezialisten vor Ort und kümmern sich um die ganze Organisation. Nach Abschluss Deiner Behandlungen kümmern wir uns dann voll und ganz um Deine mögliche Rückkehr an Deinen alten Arbeitsplatz, sprechen mit Deinem Chef und kümmern uns um sämtliche nötigen Anpassungen auf der Arbeit aber auch zuhause in Deinen eigenen vier Wänden. Für all das, steht Dir ein Budget von 100.000 Euro und ein Team von Spezialisten zusätzlich zur vereinbarten Unfallversicherungssumme zur Verfügung.

Alltagsmanager

Der Einschluss eines Alltagsmanagers ist vor allem für ältere bzw. alleinstehende Personen von großem Vorteil. Er gesichert Dir unabhängig von einer Invaliditätsleistung viele Unterstützungsangebote nach einem Krankenhausaufenthalt. Das Besondere daran ist, dass der Grund eines Krankenhausaufenthaltes nicht unfallbedingt sein muss. Vielmehr bekommst Du diese auch im Anschluss an einen krankheitsbedingten Aufenthalt. So kannst Du ganz individuell aus einem Pool von 16 Leistungen die für Dich 8 wichtigsten auswählen und in Anspruch nehmen. Beispielhaft gibt es einen Menüservice, Fahrtdienste, Winterdienste, Gartenpflege uvm. zur Auswahl.

Worauf solltest Du bei einer privaten Unfallversicherung achten?

Achte bitte vor allem darauf, dass Du eine für Deine Situation ausreichende Versicherungssumme vereinbarst. Die wichtigste Leistung einer privaten Unfallversicherung ist die Kapitalzahlung, wenn die versicherte Person durch einen Unfall dauerhaft invalide ist. Damit diese im Ernstfall auch ausreicht, ist es wichtig, eine angemessen hohe Versicherungssumme (Grundsumme) zu wählen. Ebenfalls wichtig ist, dass die Versicherung schon ab jedem messbaren Grad der Invalidität, also ab 1 % zahlt. Wie hoch die Summe in Deinem Fall sein sollte, klären wir am besten in einem persönlichen Gespräch, hängt die Berechnung doch von vielen individuellen Faktoren wie Alter, Einkommen, laufende Kosten oder Vermögen ab. Auch ist zu berücksichtigen welche einmaligen Kosten (wie Umbaumaßnahmen) im Fall der Fälle auf Dich zukommen würden. Hier gilt es nicht an der falschen Stelle zu sparen. Eine Versicherungssumme von mehreren Hunderttausend Euro ist in jedem Fall angemessen wobei die hinterlegte Progression zwischen 250 und 500 Prozent liegen sollte, damit auch kleinere Invaliditätsgrade gut abgesichert sind. Siehe hierzu auch die Beispielrechnung im Punkt „Wann zahlt die private Unfallversicherung“. Gerne stellen wir für Dich mehrere Alternativen gegenüber um Dir eine gute Entscheidungshilfe zu geben.

Solltest Du keine Absicherung für den Fall einer Berufsunfähigkeit haben bzw. aus gesundheitlichen Gründen mehr bekommen, die Vereinbarung einer monatlichen Unfallrente durchaus eine sinnvolle Ergänzung Deiner privaten Unfallversicherung. So bekommst Du ab einem bestimmten Invaliditätsgrad (z.B. 50 %) zusätzlich zur einmaligen Kapitalleistung eine lebenslange Rente in vereinbarter Höhe. Diese hilft Dir vor allem Einkommensverluste auszugleichen.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf den Du unbedingt achten solltest ist, inwieweit frühere Verletzungen in der Berechnung einer Invalidität mitberücksichtigt bzw. abgezogen werden. So greift in unseren Tarifen eine vorherige Verletzung immer erst ab einem Mitwirkungsgrad von 60 Prozent. Erst wenn also die alte Verletzung mehr wie 60 Prozent des neuen Gesamtbefundes ausmacht, kommt es zu einer Kürzung der Leistung in entsprechender Höhe. In vielen (vor allem älteren) Tarifwerken ist dies schon bei 30 Prozent Mitwirkung der Fall was natürlich einen großen Unterschied ausmachen kann.

Abhängig davon, wie Du bisher vorgesorgt hast und wie Deine finanziellen Mittel aussehen. Eine private Unfallversicherung solltest Du immer mit der Hilfe eines Spezialisten besprechen. Gerne unterstützen wir Dich auf diesem Weg und begleiten Dich vor allem auch wenn es mal hart auf hart kommt.

 

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